Nadelholzteer – Wikingerfarbe

Konservierender Nadelholzteer zum Schutz unbehandelter oder mit Teer bearbeiteten Holzoberflächen im Außenbereich

Nadelholzteer ist risshemmend, konservierend, wasserabweisend, penetrierend: Er zieht in das Holz ein und hinterlässt keinen Farbfilm auf dem Holz. Nadelholzteer hat eine sehr hohe Standzeit und gibt dem Holz verloren gegangene Wirkstoffe zurück.

Nadelholzteere blicken auf eine über 1000jährige Geschichte zurück. In der Zeit der Christianisierung der skandinavischen Völker wurden erste Stabholzkirchen erbaut, die mit Nadelholzteer gestrichen wurden. Zuvor hatten jedoch schon die Wikinger diesen Naturstoff für den Boots- und Hüttenbau entdeckt.

Nadelholzteer wird aus verkoksten Kiefernstümpfen gewonnen, mit Leinöl und Balsamterpentin werden diese Elemente gelöst und streichfähig gemacht. In dieser Kombination hat man seinerzeit einen Holzschutz gefunden, der dem Holz durch UV-Einfluss verloren gegangene Inhaltsstoffe zurück gibt/gab und gleichzeitig einen Schutz für 5-20 Jahre liefert. Anfänglich sind die Streichintervalle etwas kürzer: Auf neuem Holz sind es zu Beginn 3 Anstriche in den ersten 2 Jahren. Diese dehnen sich erst mit den Jahren weiter aus.
Das Holz sollte weiches Nadelholz sein, welches nicht ganz frisch geschlagen wurde. Ideal sind leicht verwitterte Kiefer/Fichte/Tanne. Lärche oder Douglasie sollten definitiv schon vergraut/verwittert sein, ehe der Nadelholzteer appliziert wird.

Nadelholzteere sind nahezu frei von Wasser, was dem Holz sehr zugute kommt. Die enthaltenen Öle bewirken eine Holzerhaltung für viele Jahrhunderte bei regelmässiger Pflege.

Nadelholzteer gibt es nur in wenigen Farbgebungen:
Die drei naturgegebenen Brauntöne von Imprex (sehr helles braun),  Dalbränd (rotbräunlich) und Äkta Trätjära (auch stockholmer Nadelholzteer genannt, sehr dunkle braun).
Die drei pigmentierten Farbtöne schwedenrot Rödtjära, braun Bruntjära und schwarz Svarttjära.

Bei den drei naturgegebenen Brauntönen, geht die anfängliche Dunkelfärbung des Holzes mit der Zeit zurück und das Holz wird wieder heller: Nach einigen Wochen bis Monaten nach dem Anstrich – der Holzschutz bleibt jedoch erhalten.

Nadelholzteer riecht in den ersten Wochen nach der Verarbeitung leicht angebrannt, was an den verkoksten Holzanteilen liegt.

Nadelholzteer wird leider oft mit Laubholzteer, wie z.B. Buchenteer verwechselt. Nadelholzteer ist im Gegensatz zu Laubholzteer frei von Pech. Pech verkleistert das Holz, was zur Fäulnis im Holz führen kann. Laubholzteer wird zumeist für die Jagd verwendet, um durch die enthaltenen Phäromone Wild anzulocken.

Achtung: Nadelholzteer ist keine Farbe oder Lasur! Das sich bräunlich färbende Holz durch Anstriche mit den unpigmentierten Produkten  IMPREX, Dalbränd oder Äkta Trätjära wird mit der Zeit durch Sonnenlicht wieder heller. Entsprechend können Fassaden, je nach Lichteinfall, in der Farbgebung unterschiedlich aussehen.

Produktvideo - hier im Beispiel Roter Nadelholzteer

Roter Nadelholzteer auf Holzhaus

roter Nadelholzteer Rödtjära

Vor der Verarbeitung

Holzteere lassen sich am besten im Sommer verarbeiten – je wärmer, desto besser! Steichen Sie bitte nie bei Kälte, die Temperaturen sollten bei mindesten 20°C liegen. Im Gegensatz zu anderen Farbarten, darf Nadelholzteer sogar bei Hitze verarbeitet werden. Wenn es sich nicht vermeiden läßt, bei Temperaturen unter 20°C zu streichen, dann erwärmen Sie den Nadelholzteer kurz: in einem Wasserbad bei ca. 60°C.


Vor der Verarbeitung decken Sie bitte alles um die zu streichende Fläche herum sorgfältig mit einer Plane oder Pappe ab. Denn leider lässt sich Holzteer auf einigen saugenden Flächen nachträglich nicht oder nur schlecht entfernen. Sollte dennoch einmal etwas daneben gehen, versuchen Sie es so schnell wie möglich mit Balsamterpentin zu entfernen. Meist bleibt der Fleck aber dennoch leicht zu erkennen.


Ist Ihr Holz neu und/oder unbehandelt, nehmen Sie bitte einen Voranstrich vor: Dieser erfolgt entweder mit Tarinöl  – alternativ können Sie sich den Voranstrich auch selbst anmischen. Dazu verrühren Sie jeweils ein Drittel Nadelholzteer, Balsamterpentin und entschleimtes Leinöl (gekocht). Das Anmischen ist empfehlenswert, wenn nur kleine Flächen gestrichen werden sollen.


Holzteere sind ein Naturprodukt, weshalb die Fargebungen von Batch/Charge zu Batch/Charge leicht abweichen können. Unser Tipp: Planen Sie mehrere Dosen Teer zu verarbeiten, mischen Sie diese vorher untereinander, falls unterschiedliche Chargen vorliegen sollten.

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Während der Verarbeitung

Holzteer ist ein Produkt, welches in das Holz eingearbeitet werden muss. Deshalb verwenden Sie zur Verarbeitung weder eine Rolle noch ein Sprühsystem, wodurch Sie den Teer nur oberflächlich auflegen würden. Unser Tipp: Arbeiten Sie den Teer z.B. mit einer Holzteerbürste ein. Alternativ verwenden Sie auch gerne einen Pinsel, wie z.B. den Ergo-Flex.


Die verwendeten Bürsten und/oder Pinsel lassen sich nur schwerlich reinigen. Möchten Sie Ihr Werkzeug nach höchstens ein paar Tagen erneut verwenden, lagern Sie diese am besten in Wasser oder waschen sie diese mit etwas Balsamterpentin aus.
Ist Ihr Projekt abgeschlossen, entsorgen Sie die Werkzeuge lieber ordnungsgemäß – alternativ versuchen Sie diese mit Balsamterpentin zu säubern, jedoch bedenken Sie bitte, dass auch die Reinigungsflüssigkeit ordnungsgemäß entsorgt werden muss.


Lässt sich der Teer nur schwer verarbeiten, da er zäh/fest ist, können Sie ihn z.B. in einem Wasserbad erwärmen, was die Konsistenz positiv beeinflusst. Eine weitere Möglichkeit ist, etwa 10% Balsamterpentin beizufügen, sowie der Nadelholzteer zuvor erwärmt wurde. Durch das Lösemittel bleibt der Teer danach weich.


Rühren Sie den Teer während der Verarbeitung immer mal wieder durch. Nadelholzteer ist ein reines Naturprodukt, wodurch Schwebstoffe im Teer sein können, die sich mit der Zeit am Boden absetzen. Haben sich vermehrt Schwebstoffe abgesetzt, ist der letzte Rest des Teers bedingt krümelig.

 

 

Nach der Verarbeitung

Holzteere trocknen nicht im eigentlichen Sinne – sie ziehen in das Holz. Bedingt kann dieses jedoch mehrere Wochen bis Monate dauern, weil das Holz entweder durch Öle oder vorherige Nadelholzteeranstriche gesättigt ist oder das Holz schlicht zu frisch und mit höherer Restfeuchtigkeit behaftet ist.


Um eine möglichst lange Schutzwirkung des Teeres zu erzielen, nehmen Sie auf neuem und/oder unbehandeltem Holz in den ersten 2-3 Jahren etwa drei Anstriche vor.


Tauchen weiße Flecken auf der Oberfläche auf, machen Sie sich keine Sorgen: Dies geschieht bei feuchter Umgebung. Bei folgender, trockener Luft verschwinden diese Flecken wieder und haben keinen Einfluss auf die Standzeit oder die Schutzwirkung.


Produkte aus Nadelholzteer sind zwar 100% biologisch, dennoch sind Naturprodukte per se nicht immer gesund. So ist es bei diesen Teeren so, daß der Teer bei fortwährendem Hautkontakt zu Hautreizungen führen kann. Die Haut kann spröde und trocken werden. Tragen Sie daher immer Handschuhe, wenn Sie mit Nadelholzteer arbeiten (z.B. Nitrilhandschuhe).
Bei versehentlichem Hautkontakt die betroffene Stelle mit viel Seifenwasser waschen. Danach mit rückfettender Hautcreme einreiben.


Es ist bekannt, daß Nadelholzteer einen sehr intensiven Geruch hat – eine Mischung aus verkohltem Holz und konzentriertem Kiefernharz. Dieser Geruch bleibt bei einem frischen Anstrich auch länger „in der Luft“. Erst dann, wenn die Holzoberfläche nicht mehr klebt und der Teer dem zufolge ins Holz eingezogen ist, nimmt der Geruch merklich ab. Ist der Geruch quasi weg, wird es Zeit, einen neuen Auffrischungsanstrich vorzunehmen.

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Aufbewahrung/Lagerung

 Nadelholzteer ist frostunempfindlich und kann somit frostfrei gelagert werden.


Falls nicht der gesamte Inhalt des Gebindes verbraucht sein sollte, dann geben Sie etwas Balsamerpentin hinzu und verschliessen den Deckel danach sorgfältig. Wenn Sie nur noch eine geringe Restmenge übrig haben sollten und diese Menge in ein kleineres Behältnis umfüllen möchten, dann verwenden Sie möglichst eine Metall- bzw. Blechdose mit Deckel. Bitte nicht in Kunststoffbehälter umfüllen.


Grundsätzlich hat Nadelholzteer eine nahezu unbegrenzte Lagerfähigkeit. Lediglich der sehr helle Teer IMPREX kann nach einer gewissen Lagerzeit langsam fester werden. Hier genügt es jedoch, den Teer in ein warmes Wasserbad zu stellen. Nach ca. 10-15 Minuten ist das Produkt wieder flüssig, als wenn nichts gewesen wäre. Geben Sie dem jetzt flüssigem Nadelholzteer etwa 10% Balsamterpentin hinzu, damit der Teer nach der Erkalten nicht wieder fest wird.

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Sie haben Ihr Haus mit Schlammfarbe gestrichen und möchten gerne einen langlebigeren und ökologischeren Anstrich?
Es gibt nicht viele Farbarten, die man auf bestehende Schlammfarbe streichen kann. Mit Ndelholzteer, z.B. im Farbton „Schwedenrot“, ist es kein Problem. Der rote Nadelholzteer ist ja schließlich „DAS“ Original!

Dennoch: Schlammfarbe muss grundsätzlich vor einem Renovierungsanstrich mittels Drahtbürste abgebürstet werden – egal, ob es bei der Schlammfarbe bleibt oder z.B. der Ndelholzteer zum Einsatz kommen soll.

Schlammfarbe mit Nadelholzteer überstreichen

Schnellübersicht

Sehr hohe Standzeiten
je nach Untergrund, Grundierung und Witterung bis zu 20 Jahre
Neues Holz mit erstmaligem Anstrich hingegen eher 3-5 Jahre
Mit jedem Auffrischungsanstrich erhöht sich die Standzeit

Sehr hohe Schutzwirkung
imprägnierend, risshemend weil sättigend, wasserabweisend, schützend vor Parasiten, gibt dem Holz verloren gegangene Wirkstoffe zurück

100% Natur
Nadelholzteer ist ein reines Naturprodukt, frei von chemischen Zusätzen. Selbst die Verdünnung ist rein pflanzlich: Balsamterpentin
Mit diesem Produkt streichen Sie flüssiges Holz zurück ins Holz!

Lange Historie
Nadaleholzteere werden seit über 1000 Jahren verwendet, entsprechend ist auch das Wissen um die Verwendbarkeit sehr ausgereift

Technische Daten:
Standzeit:     5-20 Jahre
Ergiebigkeit: 2-4 qm/l, je nach Untergrund
Trocknungszeit: 5 Tage bis mehrere Wochen, abhängig vom Untergrund

Wann sind Nadelholzteere empfehlenswert?

Als Anstrich von Holzbooten (Rumpf), Schiffstauen

Fäulnisschutz von Pollern und Bootsanlegern im Allgemeinen

Schutzanstrich von Unterkonstruktion wie z.B. Terrassen oder auch Hochbeeten

Langzeitschutz von z.B. Zäunen, Carports, Gartenhäusern, Wohnhäusern

Veterinärische Unterstützung (Heilung von Pferdehufen)

ACHTUNG: Nur auf unbehandeltem oder bereits mit Nadelholzteer behandeltem Holz verwenden. Es geht auch auf geöltem Holz, wenn dieses bereits verwittert bzw. das Öl nicht mehr an der Oberfläche ist. Ungeeignet ist Nadelholzteer auf lasierten oder gar mit Farbe gestrichenen Flächen!

Zu beachten:
Haben Sie einmal mit Nadelholzteer gestrichen, kann für lange Zeit nur wieder ein Holzteer verwendet werden.

Nadelholzteere riechen in den ersten Wochen nach der Verarbeitung leicht angebrannt, was an den verkoksten Holzanteilen liegt.

Nicht alle Holzarten sind gleich zu streichen. Bei frischen Hölzern mit großer Dichte (sibirische Lärche, Harthölzer, Tropenhölzer) ist Nadelholzteer eher ungeeignet. Kiefer/Fichte/Tanne hingegen sind ideal für die Verwendung dieses besonderen Imprägnierers.

 

Weitere Informationen finden Sie in den Datenblättern
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Zu den Produkten gehts hier lang: Nadelhozteere