Die Bergwerke zu Falun

Einst Schatzkammer Schwedens, heute UNESCO Welterbe

die Bergwerke zu Falun

Blick in die verlassenen Bergwerke zu Falun. Foto: 123rf-Leopold Brix

 

Die Geschichte des Schweden- oder Falunrots (schwedisch Falu rödfärg oder Faluröd) ist eng mit der Schwedischen Stadt Falun verbunden.  Doch es war nicht nur die Entdeckung der Bergwerke zu Falun, die zu Aufstieg und Wohlstand führten – im letzten Teil unserer kleinen Serie über das Schwedenrot, erfahren Sie, wie es kam, dass aus dem kleinen Ort in der schwedischen Provinz Dalarnas nicht nur Kupfer und Farbe, sondern auch Mediziner in alle Teile der Welt exportiert wurden.

Sein Glück im kalten Norden finden

Bis zur Glanzzeit der die Bergwerke zu Falun, so um das Jahr 1650, hatte sich die Stadt zur zweitgrößten Schwedens entwickelt. Etwa 3.000 Tonnen Kupfer wurden jährlich gefördert und aus ganz Europa zogen Arbeiter in den kalten Norden, um ihr Glück zu finden. Etliche Gefahren und katastrophale hygienische Bedingungen charakterisierten den Arbeitsalltag der Bergleute. Weder die Benutzung von Wasser und Seife noch die ärztliche Versorgung waren eine Selbstverständlichkeit. Doch die prosperierende Grube zog auch immer mehr Mediziner nach Falun, um Knochenbrüche, Hautabschürfungen, Quetschungen oder Atemwegserkrankungen zu behandeln. Und so kam es, dass diese karge und unwirtliche Region in Mittelschweden die höchste Dichte an Medizinern vorweisen konnte. Ärzte, die über längere Zeit an der Grube tätig waren, genossen hohes Ansehen und waren in ganz Europa gefragt. Durch die hohe Zahl verletzter Arbeiter konnten sie weitreichende medizinische Erfahrungen sammeln und profitierten von einem enormen praktischen Fachwissen, das damals an den medizinischen Hochschulen sehr gefragt war. Und so wurden jenen Ärzten nach ein paar Jahren hochdotierte Lehrstühle an Europäischen Universitäten angeboten, so dass wenigstens sie im kalten Norden ihr Glück gefunden hatten.

Ärztliche Behandlung für einen Daler

Kranke oder verletzte Arbeiter mussten selbst zahlen, wenn sie zum Doktor gingen – und zwar in bar. Für die Behandlung einer Verletzung musste ein Daler an den Mediziner entrichtet werden. Eine riesen Menge Geld, führt man sich vor Augen, dass ein Grubenarbeiter seinerzeit täglich vier Öre verdiente.  Ein Daler, das waren 32 Öre – also acht Tage harter Arbeit, um wieder gesund zu werden, um erneut in die Mine einzufahren. Aber immerhin gab es in und um Falun ausreichend Ärzte, was zu jener Zeit eher die Ausnahme für die arbeitende Bevölkerung war.

Übrigens: Heute stehen die Bergwerke zu Falun auf der Welterbeliste der UNESCO und können täglich besichtigt werden.

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