Neuer Glanz für Dielen und Parkett

DIY: Holzfußböden abschleifen und neu versiegeln

Parkett versiegeln - so geht's

Nach dem Schleifen kommt die Versiegelung. Foto: fotolia-mariesacha

Bodenbeläge aus Holz sind schön und robust, doch leider nicht unverwüstlich. Mit den Jahren nehmen Laufspuren, Kratzer oder Flecken zu, so dass eine Boden-Renovierung unumgänglich wird. Holzfußböden zu streichen, ist ein sehr komplexes Thema und die meisten Baumärkte sind in diesem Bereich eher schlecht aufgestellt. Worauf Sie besonders achten müssen und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, zeigt unsere Anleitung zum Abschleifen, Streichen und Parkett versiegeln.

Holzböden abschleifen

Anders als ein Massivholzboden weist Parkett in aller Regel eine Laufschicht von zweieinhalb bis sechs Millimetern auf. Beim Abschleifen wird zirka ein halber Millimeter abgetragen, so dass der Boden je nach Dicke der Laufschicht mehrmals einer Rundumerneuerung unterzogen werden kann. Doch bevor Sie mit dem Abschleifen beginnen, müssen Sie den Raum komplett ausräumen, Vorhänge und Gardinen abhängen und alle Fußleisten entfernen.

Der Schliff erfolgt mit einer Parkettschleifmaschine, die Sie in entsprechenden Fachgeschäften oder bisweilen auch mal im Baumarkt ausleihen können. Um die alte Versiegelung, Schmutz, Kratzer und Unebenheiten vollständig zu entfernen und eine möglichst glatte Oberfläche zu erzielen, müssen Sie in mindestens drei Durchgängen und mit zunehmend feinerer Körnung arbeiten. Für Parkett empfehlen wir im Regelfall eine Körnung, die zwischen 60 und 100 liegen kann. Intakte Altanstriche müssen übrigens nicht entfernt werden. Hier reicht es völlig, den Boden anzuschleifen und lediglich ausgetretene oder abblätternde Bereiche stärker zu schleifen, wodurch Abbruchkanten egalisiert werden.

Schleifen Sie immer diagonal zur Holzmaserung, aber lassen Sie die Walze erst auf den Boden herab, wenn sie ihre volle Drehzahl erreicht hat. So vermeiden Sie Rillen und deutlich sichtbare Ansätze. Achten Sie auf eine gleichmäßige und ruhige Führung der Maschine, vermeiden Sie Richtungsänderungen und bleiben sie niemals stehen, solange das Gerät in Betrieb ist. Sonst gibt es Dellen, die nachträglich nicht mehr behoben werden können. Denken Sie auch am Ende jeder Schleifbahn daran, die Walze nur in Bewegung anzuheben. Nach jedem Schleifgang sollten Sie den Boden sorgfältig – am besten mit einem Staubsauger – reinigen. Vergessen Sie auch Fensterbänke und Heizkörper nicht, damit später kein Staub aufwirbelt und auf die frische Versiegelung rieselt.

Vorsicht: Tragen Sie beim Abschleifen unbedingt eine Atemmaske gegen den entstehenden Feinstaub.

Kleine Unebenheiten und Risse ausbessern

Parkett versiegeln - mit Lack ist es am pflegeleichtesten

Mit Lack versiegelte Böden sind belastbarer und pflegeleichter. Foto: Schwedischer Farbenhandel

Schauen Sie sich den Boden vor dem letzten Schleifgang genau an. Kleine Risse bis zirka zwei Millimeter Breite können Sie mit einer Füllmasse ausgleichen, die Sie aus dem Schleifstaub des vorherigen Schliffs und Fugenkitt selbst anrühren können. Auf einen Teil Schleifstaub kommen ein bis fünf Teile Fugenkitt. Vor dem letzten Schliff muss die Spachtelmasse etwa eine halbe Stunde trocknen.

Holzboden und Parkett versiegeln

Nach dem Schleifen müssen Sie Holzböden und Parkett versiegeln. Ob Sie sich für Klarlack beziehungsweise eine Lasur, Öl oder Wachs entscheiden, hängt von der Beanspruchung des Bodens ab. Während mit Lack versiegelte Böden belastbarer und pflegeleichter sind, braucht nur mit Öl behandeltes Holz die meiste Pflege, weil es empfindlicher für Staub und Schmutz ist. Man sollte auch bedenken, dass das Holz nachdunkelt. Durch eine Wachslasur bildet sich ein schützender Oberflächenfilm, der bei mechanischer Belastung zwar nachgibt, aber dennoch oberflächenhart ist. Nachteil: Auf Wachse kann man nur Wachse oder eine reine Leinölfarbe streichen. Außerdem trockenen Wachse bisweilen ausnehmend langsam.

 

Wie bei den Schweden: Holzböden mit Farbe streichen

Parkett versiegeln geht auch mit Farbe

In Skandinavien ist es das Normalste der Welt, Fußböden mit Farbe zu streichen. Foto: Schwedischer Farbenhandel

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, Ihren Holzboden mit Farbe zu streichen? In Skandinavien ist es das Normalste der Welt. Mangels geeigneter Produkte und dem nötigen Know-how werden Holzböden hierzulande aber nur selten mit Farbe gestrichen. Diese Tipps sollen Ihnen dabei helfen:

  1. Welche Holzart soll gestrichen werden? Holz ist nicht gleich Holz, so lässt sich zum Beispiel Buchenholz eher schwieriger streichen als andere Holzarten. Gerade stark belastete Flächen verlangen daher ein Produkt, das genau zur Holzart passt.
  2. – Unbehandeltes und abgeschliffenes Holz muss auf jeden Fall vorher grundiert werden.
  3. – Geölte Holzfußböden müssen Sie vor dem Streichen unbedingt vorher ablaugen.
  4. – Laufspuren und abgetragene Altfarbe muss an- beziehungsweise abgeschliffen werden. Das gilt auch für brüchige oder abblätternde Farbe. Achten Sie darauf, nicht nur die Abbruchkanten zu glätten. Wer dann einfach nur drüber streicht, wird sich bald über Abplatzer ärgern, weil sich die alte Farbe mangels vorhandener oder richtiger Grundierung löst.
  5. Einkomponenten-Bodenfarben trocknen sehr langsam, so dass ein Fußbodenprojekt ungeachtet der Fläche bis zu drei Wochen dauern kann! So sollte der frischgestrichene Fußboden 12 bis 24 Stunden Zeit bekommen, ehe er wieder begangen werden kann. Weil die Farbe bis dahin aber noch nicht ausgehärtet ist, müssen Sie weitere zwei bis fünf Tage abwarten, ehe der obligatorische zweite Anstrich erfolgen kann. Danach heißt es wieder warten, denn so lange die Farbe noch Lösemittel wie Wasser oder Terpentinersatz enthält, ist sie noch nicht fest. Tische, Stühle oder andere schwere Gegenstände könnten Dellen verursachen und ein zu früh ausgelegter Teppich würde das Aushärten der noch frischen Farbschicht stark verlangsamen oder gar verhindern.
  6. Bodenfarbe wird in kleinen bis mittleren Räumen gepinselt oder gerollt. Das Pinseln ist zwar mühsamer und dauert länger, es erzeugt aber auch das optisch beste Ergebnis. Die Rolle ist dagegen bequemer und schneller, hinterlässt aber häufig eine Art Orangenhaut auf dem Fußboden. Größere Räume können nach der Grundierung aber auch gespritzt werden oder mittels eines Bodenverteilers bearbeitet werden – das gilt übrigens auch für intakte Altanstriche.

2 Comments

Bini Katz

wir haben einen dunkel gestrichenen holzboden, auf dem man den staub sehr sieht. es scheint auch am pflegemittel zu liegen. wäre es gut, ihn mit etwas öl- oder wachshaltigem zu pflegen?

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Thumser

Auf dunkeln Böden sieht man tatsächlich alle Fussel, sofern der Anstrich auch nur einen geringen Glanz hat. Ohne Glanz würde der Staub nicht auffallen, dann wäre die Bodenfarbe jedoch extrem empfindlich und würde sich rasch ablaufen. Gute Bodenfarben sind niemals matt! Um das Thema Staub/Flusen/Fussel zu umgehen, müsste man tatsächlich auf hellere Farbtöne umschwenken, anders geht es nicht…

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