Pinsel ist nicht gleich Pinsel

Tipps für die richtige Wahl der Streichwerkzeuge

Pinsel: Nicht am falschen Ende sparen.

Wann kommen Pinsel mit Naturborsten zum Einsatz und wann sind Synthetikborsten die bessere Wahl? Foto: fotolia-Padisczek

 

Wer Fenster, Wände oder Möbel selber streicht oder lackiert, kann eine Menge Geld sparen. Doch damit Sie am Ende mit dem Ergebnis zufrieden sein können, sollten Sie nicht am falschen Ende sparen. Das gilt vor allem für die Farben, ist aber auch für Pinsel und andere Streichwerkzeuge gültig.

Natur- oder Synthetikborsten?

Für alle, die eher selten streichen, ist ein Pinsel oft nur ein Pinsel. Doch das täuscht. Ob Sie sich für einen Pinsel mit Natur- oder Synthetikborsten entscheiden, hängt nämlich maßgeblich von der zu verarbeitenden Farbe ab.

Pinsel mit Naturborsten sind der Klassiker

Der richtige Pinsel für den Zaun

Für die Verarbeitung von Öl- oder Alkydfarben sind Pinsel mit Naturborsten die erste Wahl. Foto: fotolia-Osterland

Der Klassiker ist die so genannte Naturborste, die zumeist vom Schwein stammt. Da es in Europa aber nur noch wenige Naturschweinerassen, wie etwa das Wildschwein, gibt, werden Naturborsten überwiegend aus China importiert. Daher auch der Name „Chinaborste“.  Allerdings ist diese Bezeichnung nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal, weil auch Naturschweine nicht am ganzen Körper mit für Pinsel geeigneten Borsten behaart sind. Die besten Borsten stammen aus dem Rückenfell und sind im Idealfall von einem älteren Schwein.

Spliss mit positivem Effekt

Naturborsten haben die besondere Eigenschaft, dass ihre Haarspitzen leicht ausfasern – ähnlich wie beim ungeliebten Spliss bei menschlichem Haar. Für die Verarbeitung von Öl- oder Alkydfarben sind Pinsel mit Naturborsten die erste Wahl, weil sie ein besonders feines Finish ermöglichen, das nicht wie „gekämmt“ aussieht. Allerdings verlieren die Naturborsten durch das Ausfasern mit der Zeit an Länge. Die Pinselqualität wird davon allerdings nicht beeinträchtigt.

Tipp: Bei mit Kordel umwickelten Pinseln lässt sich wieder mehr Länge schaffen, indem man etwas der Kordel abwickelt.

Die universellere Borste

Weil Naturborsten aber aufquellen können, sind sie zur Verarbeitung von wasserbasierenden Farben eher ungeeignet. Heimwerker sollten dann zu den preiswerteren, universelleren Synthetikborsten greifen, weil sie für nahezu alle Farben und Lasuren geeignet sind. Auch wenn Pinsel mit Kunstborsten unter Profis noch immer verpönt sind, sind sie bei wasserbasierenden Farben klar im Vorteil, da sie sich in ihrer Struktur nicht verändern. Weil sie aber keinen natürlichen „Spliss“ bekommen, kommt es bei der Pinselwahl auf die jeweilige Farbart und den Einsatzbereich an:

– Dicke, feste Synthetikborsten werden zumeist für Öle und Lasuren benutzt, weil diese sehr flüssigen Anstrichmittel in den dickeren Strukturen des Pinselhaares besser gebunden werden, so dass es nicht so schnell zum Tropfen kommt.

– Feinere Borsten verhindern, dass es bei  vergleichsweise „dickeren“ Möbellacken durch zu starken Druck auf den Pinsel zu Schlieren kommt.

– Sehr schnell trocknende – und somit schwer zu verarbeitende – Acryllacke verzeihen selten Fehler, weil sie mitunter nach wenigen Minuten schon angetrocknet und somit Korrekturen fast unmöglich sind. Für ihre Verarbeitung bedarf es ebenfalls eines sehr feinen Pinsels.

Tipp: Ob ein Pinsel für Öl, Lasur oder deckende Farbe geeignet ist, steht immer auch direkt auf dem Pinsel drauf.

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