Sicher ist sicher

Bei Fassadenarbeiten nicht am Unfallschutz sparen

Sicherheit bei Fassadenarbeiten

Bei Arbeiten an der Fassade geht die Sicherheit vor und man sollte nicht an einer geeigneten Arbeitsbühne sparen. Foto: 123rf-ronstik

 

Wer Handwerksarbeiten do-it-yourself erledigt, kann eine Menge Geld sparen. Doch Heimwerker leben gefährlich, wie die Zahlen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz belegen: Danach verletzt sich etwa alle zwei Minuten ein Freizeit-Handwerker schwer. Insgesamt passieren beim Heimwerken 300.000 Unfälle im Jahr und in über 80 Prozent der Fälle werden Männer verletzt. Die häufigsten Unfälle geschehen bei Elektroarbeiten oder dem Umgang mit Bohrmaschine und Kreissäge. Auf Platz zwei folgen Stürze von Treppen, Leitern und Dächern oder über herumliegende Werkzeuge und Materialien. Zu den häufigsten Verletzungen zählen Prellungen, Knochenbrüche und offene Wunden.

Mit der Leiter in schwindelnde Höhen

In unserer täglichen Praxis erleben wir es immer wieder, dass Kunden allen Ernstes auf die Leiter steigen wollen, um in vier bis sechs Metern Höhe zum Beispiel den Giebel ihres Hauses zu streichen. Bei der bloßen Vorstellung bekommt unser Chef, Ulf Feuerstein, schon Gänsehaut, denn es ist weder praktikabel in solcher Höhe mit Pinsel und Farbdose in der Hand zu arbeiten, noch ist es sicher. Deshalb sollten Sie gerade bei Fassadenarbeiten nicht an einer sicheren Arbeitsbühne sparen.

Welche Möglichkeiten gibt es

Leiter für Fassadenarbeiten

Soll die Fassade eines eingeschossigen Wohnhauses gestrichen werden, muss nicht gleich der Gerüstbauer kommen. Foto: fotolia-Peter Maszlen

Soll die Fassade eines Bungalows oder eingeschossigen Wohnhauses gestrichen werden, müssen Sie nicht gleich den Gerüstbauer anrufen. Für solche Fassadenarbeiten reicht eventuell schon ein variables Leitermodell, das sich mit wenigen Handgriffen in eine Trittfläche verwandeln lässt. Alternativ kann man auch ein Rollgerüst mieten. Es hat den großen Vorteil, dass es flexibel einsetzbar ist und ohne Befestigung an der Fassade auskommt. Außerdem bietet es reichlich Ablagefläche für Werkzeuge und Materialien, lässt sich dank der Rollen leicht verschieben und erlaubt je nach Typ Arbeitshöhen von acht bis zehn Metern. Aber auch ein Steiger käme infrage. Das sind mobile Arbeitsbühnen, die zumeist auf einen Kleintransporter montiert sind, und per Fernbedienung gesteuert werden. Steiger kann man zu einem adäquaten Preis stunden- oder tageweise mieten. Vor- und Nachteile:

– Wenn vor dem Haus ein Vorbau oder ein Beet eine Gerüstmontage ver- oder behindert, reicht die Teleskopkanzel über solche Hindernisse hinweg.

– Nach getaner Arbeit bringt man den Steiger – entweder als selbstfahrender Klein-LKW oder per Anhänger wieder zum Verleiher zurück.

– Allerdings muss der Untergrund fest sein, man benötigt Platz und auf Holzterrassen geht es gar nicht.

Geht es aber um ein mehrstöckiges Gebäude, kommen Sie um die Anmietung eines Fassadengerüstes nicht herum. Das ist allerdings mit höheren Kosten verbunden – aber wie heißt es: Sicherheit geht vor!

Übrigens: Muss das Gerüst für die Fassadenarbeiten auf dem Gehweg aufgestellt werden, sollten Sie sich bei der zuständigen Behörde vorher erkundigen, ob dafür ein Antrag gestellt werden muss. Die Regelungen sind von Region zu Region unterschiedlich.

One Comment

Rosemary

Handläufean der Fassade mit angebunden Fahrrädern behindern Blinde und Sehbehinderte, die sich an den Häuserwänden orientieren und engen den Platz für Fußgänger*innen ein.

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