Typisch schwedisch

Zeit für Glögg

Zeit für Glögg

Seit Ende des 19. Jahrhunderts gehört Glögg zur schwedischen Weihnachtstradition. Foto: 123rf/foodandmore

 

In Schweden beginnt die Weihnachtszeit bereits im Oktober, wenn die ersten Julkalender (Weihnachtskalender), Pepparkakor (Lebkuchenplätzchen) und Skumtomtar (Schaum-Weihnachtsmänner) in die Regale in den Supermärkten geräumt werden und viele Schaufensterpuppen wieder Wollpullover mit Rentier-Motiven tragen. Auch Glögg, das vermutlich beliebteste Weihnachtsgetränk der Schweden, steht bereits ab Oktober palettenweise in den Supermärkten.

Glühwein auf die schwedische Art

Glögg ist die schwedische Form des Glühweins, die häufig auch als Schwedenpunsch bezeichnet wird. Weil der Verkauf von Alkohol in Schweden stark reglementiert ist, ist der Punsch in Supermärkten nur mit wenigen Prozenten Alkohol erhältlich und auf Weihnachtsmärkten wird er in der Regel ganz ohne Alkohol ausgeschenkt. Den echten Glögg mit etwa 10 Vol.-% gibt es nur in den staatlichen Alkoholgeschäften, dem Systembolaget.

Teil der schwedischen Weihnachtstradition

Seit Ende des 19. Jahrhunderts gehört Glögg zur schwedischen Weihnachtstradition. Das Wort Glögg stammt von „glödgat vin“ (glödga = glühen, vin = Wein) ab. Neben Rot- oder Weißwein und Zucker, gehören Zimt und Nelken zu den wichtigsten Zutaten. Wer mag, gibt Orangen, Kardamom, Muskat und/oder Ingwer dazu. Unser Chef, Ulf Feuerstein, mag den Schwedenpunsch am liebsten mit etwas Abwechslung – je nach Lust und Laune etwas mehr oder weniger fruchtig:

Man nehme

– trockenen, kräftigen Rotwein

– wenig Zucker, dafür mehr Früchte wie Orange oder Kirsche (auch als Saft)

– Nelken, Kardamom und etwas Zimt

– Rosinen oder Korinthen und geschälte Mandeln kommen dann später nach Bedarf in den Glögg-Becher.

Wenn es mal schnell gehen soll, geht auch ein brauchbarer fertiger Glühwein aus dem Regal – achten Sie jedoch auf eine geringe Süße. Die Dosierung der Zutaten ist immer „frei Schnauze“: eine Prise hiervon, eine Prise davon. Generell sind auf einen Liter Wein vier bis sechs Nelken sowie je ein halber bis gestrichener Teelöffel Kardamom und Zimt OK. Eine halbe Orange entweder in Stücken mit Schale oder ausgepresst (eine ganze Orange oder mehr, wenn es fruchtiger werden soll). Bei gekauftem Glühwein ist Zucker meist gar nicht erforderlich, weil unsere deutschen Industrieglühweine fast immer zu süß sind! Zur Dekoration oder als geschmackliche Untermalung kommen dann – für den, der es mag – noch Korinthen, geschälte Mandeln und Orangenscheiben in den Becher. Besonders dekorativ ist die Orangenscheibe am Becherrand, wenn sie zur Hälfte eingeschnitten wurde. Für eine ganz verrückte Variante lässt man Lakritze und Himbeeren im Glögg mitkochen!

Vorweihnachtszeit beim Schwedischen Farbenhandel

Im Schwedischen Farbenhandel gibt es nach Arbeitsbeginn wie immer erstmal einen Kaffee, aber bis Weihnachten werden dazu echte Peppakakor gegessen, die der Chef von seinem letzten Besuch in Schweden mitgebracht hat. „Später wird dann Glögg gemacht“, sagt Ulf Feuerstein, „auf den sich langjährige Kunden schon richtig freuen“.

Übrigens: Mit einem Marktanteil von ungefähr 75 Prozent ist Blossa Vinglögg die bekannteste Glögg-Marke in Schweden und fast jeder kann den Song aus der Reklame mitsingen:

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