Typisch schwedisch

Gibt es eigentlich auch Schwedenblau?

Gibt es eigentlich auch Schwedenblau

Typisch schwedische Blautöne sind das Dalarna- und das Bauernblau.

 

Schwedenrot, Schwedengelb oder Schwedenblau – vereinzelt fragen Kunden nach genau diesen Farbentönen. Im Falle des Farbtons Schwedenrot ist das einfach, denn er ist klar im Farbraum NCS definiert. Falu Rödfärg, ist eine von mehreren Farbarten in Schweden, die es z.B. im Farbton Schwedenrot auch als helles Schwedenrot (auf schwedisch: Stugröd) gibt.

Das typische Schwedenrot

Die Farbe „Falu Rödfärg“ wird gerne als das typische „Schwedenrot“ bezeichnet. Richtig ist, dass es sich dabei um eine Schlammfarbe handelt, die auch in einem Farbton „Schwedenrot/Faluröd“ angeboten wird. Faluröd, benannt nach der Stadt Falun, stellt dennoch keine Referenz dar, weil der Farbton aufgrund von Produktionsschwankungen in einem Jahr etwas heller und im nächsten Jahr etwas dunkler ausfallen kann.

Farbton bezeichnet nicht die Farbart

Je nach Einsatzgebiet, gibt es unterschiedliche Farbarten. Wer eine Farbe nur nach dem Farbton wählt, könnte leicht das falsche Produkt kaufen. Paradebeispiel ist die Schlammfarbe Falu Rödfärg, von der viele meinen, dass alle schwedenroten Häuser genau damit gestrichen wurden. Kommt aber eine Schlammfarbe auf eine gehobelte oder gar mit einer anderen Farbe vorgestrichene Holzfassade geht das garantiert schief, weil die Farbe sofort wieder abblättern würde. Die Art der Farbe muss zwingend zur Oberflächenart passen. Schließlich streicht man auch keine Tapetenfarbe auf den Fußboden, nur weil Wand und Boden im gleichen Farbton gestrichen sein sollen.

Altbewährte Farbtöne

reine Leinölfarbe Herrenhausgelb

Neben dem Schwedenrot ist auch das Herrenhausgelb sehr beliebt in Schweden.

In Baumärkten werden häufig Farben angeboten, die sich „Schwedenfarbe“ nennen, obwohl sie allesamt nicht in Schweden hergestellt wurden und auch hinsichtlich ihrer Zusammensetzung rein gar nichts mit Farben aus Schweden zu tun haben. Bekräftigt wird der falsche Eindruck durch Farbtonbezeichnungen wie Göteborggelb, Stockholmblau oder Malmöweiß – was einem Produktschwindel gleichkommt. In Schweden gibt es dagegen nur Farbtöne, die seit Generationen gleich benannt werden und farblich identisch sind, wie

– Herrenhausgelb (herrgårdsgul): ein ockerlastiges Gelb, das durch ein sehr kräftiges Oxidpigment dominiert wird und das entsprechend UV-stabil und hochdeckend ist.
– Dalarnablau (dalablå): ein leicht graustichiges, mittleres Blau – etwas dunkler als das Blau in der schwedischen Flagge.
– Dalarnagrün (dalagrönt): ein graustichiges Grün im mittleren Bereich, das wir auch als Waldgrün kennen.
– Blau oder Bauernblau (allmogeblå): ein etwas kräftigeres Blau mit einem ganz leichten Grauschleier.
– Naturweiß oder Hausweiß (husvit): ein ganz schwach gelbstichiges Weiß, was typischerweise für weiße Häuser verwendet wird. Der Gelbanteil mildert die Reflektion der Sonne, ist aber für das Auge kaum wahrnehmbar. Je nördlicher man sich in Schweden oder Norwegen umschaut, wird dieser Farbton neuerdings immer beliebter.
– Teerbraun (tjärbrun): ein fast schwarzes Braun, das in Deutschland auch als „Palisander“ bekannt ist. Abgeleitet vom Nadelholzteer (trätjära), der firsch gestrichen fast schwarz wirkt, gibt es diesen Farbton schon weit über 1.000 Jahre in Skandinavien.

Übrigens: Alle diese klassischen schwedischen Farbtöne sind im Schwedischen Farbenhandel für unterschiedlichste Farbarten erhältlich, denn schließlich kommen alle unsere Farben aus Schweden.

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